Manualisierungstagung 
Seele und Manualisierung - Psychotherapie: 
Technik, Kunst oder theoriegeleitetes Wissen?

Tagung der Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Internationales Netzwerk Forschung und Entwicklung in der 
Analytischen Psychologie ( ASP, ZHAW, INFAP3)

Samstag, den 03. Juli 2021
9.15 - 16.30 Uhr
Pfingstweidstrasse 96, Raum 6.T47
CH - 8005 Zürich
(Screen in der Eingangshalle beachten)

 

In der Schweiz steht bereits wieder die Vorbereitung für die nächste Akkreditierung der psychotherapeutischen Weiterbildungsinstitutionen an. Mit der neuen Verordnung zum Psychologieberufe-Gesetz vom Dezember 2020 sind neue Kriterien eingeführt worden, nach denen die Ausbildungskandidat*innen die Therapieverläufe und Ergebnisse bei verschiedenen Störungs- und Krankheitsbildern mit wissenschaftlich validierten Instrumenten dokumentieren und evaluieren müssen. Weiter müssen die Erkenntnisse der Psychotherapieforschung und ihre Implikationen für die Praxis laufend in die Weiterbildung einfliessen und die Kanditat*innen auf die persönliche Eignung zur Ausübung der Psychotherapie beurteilt werden. Diese expliziten Anforderungen verlangen nach expliziten Beschreibungen des therapeutischen Vorgehens der einzelnen Schulen in einem wissenschaftlich anerkannten Rahmen. In diesem Zusammenhang kommt der Begriff «Manualisierung» ins Spiel. In der Psychotherapie ist dies ein heikles Thema, weil er die Assoziation des Vorgehens nach Kochbuch auslöst. Dies ist aber nicht das, was gemeint ist. Es geht mehr um Kompetenzen des fachgerechten psychotherapeutischen Arbeitens, wobei diese möglichst konsensfähig und auf schulspezifischem Hintergrund formuliert werden sollen. Die veranstaltenden Institutionen möchten mit der Tagung eine breite Diskussion über Manualisierung eröffnen, um eine Perspektive zu entwickeln, wie die Anforderungen der Akkreditierung erfüllt und therapeutischem Arbeiten in seiner Komplexität entsprochen werden kann.

 

Referent*innen

Priv.-Doz. Mag. Dr. Dr. Gerhard Burda
Philosoph, Psychotherapiewissenschaftler, Analytischer Psychotherapeut nach C.G. Jung, Praxis in Wien, Lehranalytiker (ÖGAP)

Prof. Dr. phil. Verena Kast 
Psychologin und analytische Psychotherapeutin nach C.G. Jung. Lehranalytikerin und Supervisorin am 
C.G. Jung Institut, Zürich

Dr. phil. Isabelle Meier
Historikerin und Psychologin, Analytische Psychotherapeutin nach C.G. Jung und katathym-imaginative Psychotherapeutin SAGKP. Mitglied der Forschungskommission und Lehranalytikerin am C.G. Jung-Institut Zürich, sowie Lehranalytikerin am ISAP Zürich

lic. phil. Marius Pfund
Psychologe, eidg. anerkannter Psychotherapeut mit Zertifikat GFK

Dr. med. Gerold Roth
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, analytisch psychotherapeutisch nach C.G. Jung, Psychodramatherapeut PDH, Mitglied der Forschungskommission und Lehranalytiker am C.G. Jung-Institut, Zürich

Dr. sc. nat. Mario Schlegel
ETH, Leiter der Wissenschaftskommission der ASP (Charta-Konferenz). Co-Präsident INFAP3, Redakteur der Zeitschrift Psychotherapie-Wissenschaft. Lehranalytiker am C.G. Jung-Institut

Elisabeth Schörry-Volk
Analytische Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin. Supervisorin C.G. Jung-Institut Stuttgart. 
Co-Präsidentin INFAP3

lic. phil. Martina Sturzenegger
Psychologin, eidg. anerkannte Psychotherapeutin mit Zertifikat GFK

MSc. Peter Schulthess
eidg. anerkannter Psychotherapeut, ASP-Vorstandsdelegierter für Fragen der Akkreditierung beim BAG. Leiter der Wissenschafts- und Forschungskommission der EAP. Schriftleiter der Zeitschrift Psychotherapie-Wissenschaft.

Priv. Doz. Dr. rer. med. Dipl. Psych. Claudia Subic-Wrana
Psychoanalytikerin, Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Mainz.

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Christian Roesler
Psychoanalytiker nach C.G.Jung. Professor für Klinische Psychologie an der Katholischen Hochschule Freiburg und für Analytische Psychologie an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel. Lehranalytiker am Aus- und Weiterbildungsinstitut für Psychoanalytische und Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg.

Prof. Dr. phil. Dipl. Psych. Ralf T. Vogel
Prof. für Psychotherapie und Psychoanalyse HBK Dresden, Psychoanalytiker und Verhaltenstherapeut, Lehranalytiker, Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien.

Prof. Dr. phil. Agnes von Wyl
Psychoanalytische Psychotherapeutin, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW, Leiterin der Fachgruppe Klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie.

 

Anmeldung
Per E-Mail an: asp@psychotherapie.ch oder telefonisch: 043 268 93 00
 

Teilnahmegebühren

ASP-, INFAP3-, DGAP-, ÖGAP-, SGAP-Mitglieder 
60.00 CHF / 50.00 €

Andere Teilnehmer*innen 
80.00 CHF / 70.00 €

Die Teilnehmer*innen erhalten eine Teilnahmebestätigung.

8. Forschungstag 
Der Stand der Archetypendebatte

Samstag, 16.10.2021
09.30 – 17.00 Uhr
C. G. Jung-Institut Stuttgart
Tübinger Str. 21
70178 Stuttgart

 

Der Archetyp ist der am meisten umstrittene Begriff C.G. Jungs, aber auch der am meisten „jungianische“. Der späte Jung vergleicht die Unanschaulichkeit des Archetypus mit einem in der Mutterlauge gelösten und folglich nicht feststellbaren Kristall. Auch die aktuelle Debatte ist von widersprüchlichen Positionen geprägt, die sich auf Äußerungen Jungs berufen können. Ist der Archetypus ein biologisches „pattern of behaviour“ mit genetischen Wurzeln oder ein sozio-kulturelles Muster? Ist er im Sinne von Kants Transzendentalphilosophie eine Bedingung der Möglichkeit, um Bilder zu bilden, eine „facultas formandi“? Was bildet sich, um mit der Metapher zu sprechen, wenn die Mutterlauge „verdunstet“ und das Kristall „ausfällt“? Lässt sich der Archetyp erkennen oder ist er eher eine Erkenntnisvoraussetzung? Bieten neuere Entwürfe wie die Bindungstheorie die Chance, Archetypen zu operationalisieren oder ist die Nicht-Operationalisierbarkeit der entscheidende Vorteil der Archetypologie?
 

Dies sind einige der Fragen, die nicht nur von Jungs Kritiker(inne)n, sondern auch innerhalb der Analytischen Psychologie gestellt werden. Die Referenten der Tagung stellen ihre Fragen auf individuelle Weise und kommen zu teilweise kontroversen Antworten. Sie sind herzlich eingeladen, sich an dieser Debatte zu beteiligen.

Programm
09.30 
Elisabeth Schörry-Volk 
Begrüßung


09.45 
Ralf Vogel 
Forschung im Angesicht des Archetypischen


10.45 
Mario Schlegel
Fähigkeiten–Bedürfnisse–Verhalten und ihre archetypischen Bilder – 
Eine verhaltensbiologische Neufassung des jungschen Archetypenkonzeptes aus evolutionär-anthropologischer Sicht
 

11.45 – 13.00 Mittagspause
 

13.00 
Lutz Müller 
Archetypen – der systemische (öko-, bio-, psycho-, soziokulturelle) Ansatz
 

14.00 
Christian Roesler 
Widersprüche und Probleme in Jungs Archetypenkonzept und eine zeitgemäße Reformulierung des Archetypentheorie
 

15.00 – 15.30 Kaffeepause
 

15.30 – 17.00 Podiumsdiskussion mit den Referent*innen

 

Referent*innen

Prof. Dr. phil., Dipl.Psych. Lutz Müller
Analytischer Psychotherapeut, Dozent, Lehranalytiker und Supervisor am CGJI-Stuttgart. Dozent für Angewandte Psychologie an der IB-Hochschule Standort Stuttgart

Prof. Dr. phil. Dipl.Psych. Christian Roesler
Prof. für Klinische Psychologie Katholische Hochschule Freiburg. Analytische Psychologie Universität Basel Fakultät f. Psychologie. Psychoanalytiker. Lehranalytiker

Dr. sc. nat. ETH Mario Schlegel
Leiter der Wissenschaftskommission der Schweizer Charta für Psychotherapie. Lehranalytiker, Supervisor und Dozent am CGJI-Zürich. Co-Präsident INFAP3

Elisabeth Schörry-Volk
Analytische Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin. Supervisorin CGJI-Stuttgart. Co-Präsidentin INFAP3

Prof. Dr. phil. Dipl. Psych. Ralf Vogel
Prof. für Psychotherapie und Psychoanalyse HBK Dresden, Lehranalytiker

 

Anmeldung
bis spätestens 1. Oktober 2021 über mail@infap3.eu
 

Teilnahmegebühren
Die Tagung ist kostenlos und zur Zertifizierung eingereicht.

Urheberrecht ©

 Alle Rechte vorbehalten.